KW9 - "Play us again, Sam." - OpenAI plant $284 Mrd. Umsatz

Doppelgänger Update (BETA)

Von Philipp Klöckner · 23. Februar 2026


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❤️ Danke an alle, die letzte Woche neue Leser:innen auf unseren Newsletter aufmerksam gemacht haben! Die “Share the Newsletter” Funktion findet ihr am Ende der aktuellen Ausgabe. Der heutige Newsletter hat 1.658 Wörter und das vollständige Lesen dauert etwa 5 Minuten. Heute ist Montag, der 23. Februar 2026 und die KW9 startet.

📊 OpenAI hebt Umsatzprognose: 284 Milliarden US-Dollar in 2030

Er hat es schon wieder getan: OpenAI-CEO Sam Altman hat mal wieder seine Umsatzerwartungen für das eigene KI-Geschäft nach oben geschraubt. Und zwar will das Unternehmen bereits 2030 Umsätze von knapp 300 Milliarden US-Dollar generieren. Damit würde man in der gleichen Liga wie BigTech-Unternehmen wie Google, Microsoft oder Facebook heute spielen. Noch nie hätte ein Unternehmen so schnell so viel Umsatz generiert. Aber auch die Cash Burn-Projektionen erhöhen sich um zusätzliche 111 Milliarden US-Dollar. Dementsprechend groß ist die Skepsis an Altmans gigantomanischen Ambitionen.

Rund die Hälfte des Umsatzes soll aus dem Consumer-Geschäft mit Endkunden kommen. Dabei eingeschlossen sind nicht nur bezahlte Abonnements, die bisher nur ca. 5% der Nutzer abschließen, sondern auch Werbeerlöse. Das Werbegeschäft hat der ehemalige Konkurrent Perplexity aber gerade erfolglos wieder eingestampft. Ob OpenAI mehr Glück haben wird ist fraglich. Sicherheitshalber macht man keine dezidierte Prognose zum Werbegeschäft, sondern fasst die Monetarisierung von Nutzern als einen Posten zusammen.

Ganz neue Produkte, zum Beispiel Hardware-Gadgets, sollen ebenfalls bis zu 15 Milliarden US-Dollar zum Umsatz in 2030 beitragen. Der Rest kommt aus dem B2B-Geschäft, das allerdings gerade nicht nur vom Widersacher Anthropic und dessen Claude-Chatbot angegriffen wird, sondern auch von Googles Gemini und immer besseren und günstigeren OpenSource-Grundlagenmodellen.

Natürlich dienen die nach oben adjustierten Umsatzerwartungen allein einem Zweck: Noch mehr Investorengelder auf immer höheren Bewertungen einzusammeln. Wenn ein Unternehmen, das 2024 noch weniger als 100 Milliarden wert war, inzwischen auf einer Bewertung von 750 Milliarden Anteile verkaufen will, braucht es für die steigende Bewertung auch gesteigerte Ambitionen und einiges an neuer Phantasie.

Deswegen revidierte man die Umsatzschätzungen zum dritten Mal in nur 12 Monaten nach oben. Doch nicht nur die mögliche Bewertung profitiert von dem Upgrade. Ein höheres Umsatzwachstum erlaubt es OpenAI auch noch massiver in Rechenleistung zu investieren und dabei auch tiefer in die roten Zahlen zu rutschen. So macht man 2027 fast so viel negativen Cash Flow wie Umsatz, sofern man aber die Verdreifachung des Umsatzes bis 2029 schafft, würde der Markt es dem KI-Wagniskapital-Krematorium von Sam Altman vermutlich verzeihen.

All das ist natürlich auch schon Teil der IPO-Story, die man für die zweite Jahreshälfte vorbereitet. Börsenanleger sollen schließlich sogar weit mehr als eine Billion US-Dollar für die OpenAI-Aktien hinlegen. Gern würde man auf dem 50-fachen des 2026er Umsatzes bewertet werden. Dazu wird es ganz sicher noch optimistischere Langfristprognosen, Hockeystick-Analogien, Exponential-Narrative und nebelige Andeutungen über noch gar nicht absehbare Umsatzpotential aus dem Umfeld der Firma geben.

Um fair zu sein: Bisher haben sowohl OpenAI als auch Anthropic ihre eigenen Umsatzprognosen nicht nur erfüllt, sondern sogar stets übertroffen. Insofern könnte man argumentieren, dass man jeden Grund hätte die eigenen Planungen jederzeit neu anzupassen.

Quelle: The Information

Ob der Umsatz aber auch — wie prognostiziert — in Cash-Flow-Überschüsse und tatsächlichen Profit münden wird, bleibt derweil fraglich. In den Zahlen von OpenAI versteckt sich nämlich Potential für Ungemacht. Der wichtige Rohertrag (Gross Margin), also der Rohgewinn, den man beim Weiterverkauf der Tokens an seine Kunden generiert, stieg 2025 nicht wie erwartet auf 46 sondern fiel sogar von 40 auf nunmehr nur noch 33%.

Bisher spekulieren die KI-Krösusse und ihre Investoren darauf, dass die anteiligen Forschungsausgaben eines Tages sinken und man mit dem Durchreichen von durch LLMs veredelte Rechenleistung hohe Profite erzielen kann. Anthropic-Boss Dario Amodei fabuliert in einem Podcast darüber, wie in einem oligopolistischen Markt mit ausreichend Differenzierung die wenigen Anbieter gute Margen bei übersichtlichen Investitionen fahren könnten und sich im Cournot-Gleichgewicht treffen.

Das aber, bleibt mehr als fraglich. So wird einerseits der ständige Wettkampf um das beste Modell jedes Jahr etwa 4-5 mal so viel Hardwareinvestitionen benötigen wie im Vorjahr. Und zusätzlich bleiben die Rohmargen im Angesicht von BigTech-Konkurrenz der Data-Center-Betreiber Google, Microsoft und Amazon sowie Discount-Anbietern aus China für lange Zeit unter Druck.

Ihre ambitionierten Umsatzzahlen könnten die KI-Emporkömmlinge mit etwas Glück sogar übertreffen. Geld verdienen wird man bis 2030 aber ganz sicher (noch) nicht. Zu hoch ist der Einsatz im Spiel um AGI, globale Dominanz und massive Förderung der KI-Adoption. Schon bald könnte aber der US-Steuerzahler einen Teil der Kosten übernehmen. Noch schließt man staatliche Hilfen aus. Aber ich bleibe dabei, dass es sicher bald Tax-Breaks für Data Center geben wird und die Steuern der Arbeiter dann die Abschaffung ihrer eigenen Arbeitsplätze subventionieren.
🔗 CNBC | The Information 

For those who think it important for the Nation to impose more tariffs, I understand that today’s decision will be disappointing. All I can offer them is that most major decisions affecting the rights and responsibilities of the American people (including the duty to pay taxes and tariffs) are funneled through the legislative process for a reason.

Yes, legislating can be hard and take time. And, yes, it can be tempting to bypass Congress when some pressing problem arises. But the deliberative nature of the legislative process was the whole point of its design. Through that process, the Nation can tap the combined wisdom of the people’s elected representatives, not just that of one faction or man.

There, deliberation tempers impulse, and compromise hammers disagreements into workable solutions. And because laws must earn such broad support to survive the legislative process, they tend to endure, allowing ordinary people to plan their lives in ways they cannot when the rules shift from day to day.

In all, the legislative process helps ensure each of us has a stake in the laws that govern us and in the Nation’s future. For some today, the weight of those virtues is apparent. For others, it may not seem so obvious. But if history is any guide, the tables will turn and the day will come when those disappointed by today’s result will appreciate the legislative process for the bulwark of liberty it is.

Neil Gorsuch - U.S. Supreme Court Richter in seiner Urteilsbegründung zu Trumps Zoll-Diktat

Das sind die weiteren News der Woche: 

🗳️ Voter Fraud in Georgia: Elon Musk agitiert auf seiner Plattform X gern das Publikum mit dem Ziel mutmaßlichen Wahlbetrug im Sinne der Demokratischen Partei aufzudecken. Während seine Anschuldigungen mehrheitlich Propaganda sind, wird sein Eingreifen in die Wahl in Georgia inzwischen tatsächlich als ein Verstoß gegen das Wahlrecht eingestuft. Musks Super-PAC versuchte mit vorausgefüllten Anträgen das Wahlvolk zu mobilisieren. Im Englischen sagt man: “Every accusation is a confession.”
🔗 The Verge

👨‍💼 KI beschäftigt Beratungsunternehmen: Fast jede(r) CEO möchte sich 2026 mit einem KI-Pilotprojekt schmücken. Kein anderes Thema kommt in Interviews und Earningscalls so gut an wie Schwärmerei wie genau dieses oder jenes Business ebenfalls mit KI profitabler wird. Die Arbeit würden große Unternehmen gern Beratungsunternehmen überlassen. Während die insgesamt eher Abspecken, lässt sich mit KI-Transformation gut Geld verdienen. Zumindest für die Berater. Mein Tipp: Einfach mal die Unternehmensberatung fragen, wo sie denn schon KI einsetzt.
🔗 Financial Times

💪 Trump droht Netflix-Aufseherin: Weil sie das Lakaientum vieler Unternehmen und Medien gegenüber Trump kritisierte und vor Konsequenzen warnte, droht Netflix Board-Mitglied Susan Rice, die einst unter Obama und Biden diente, nur selbst Vergeltung. Präsident Trump droht Netflix und fordert den Streaming-Dienst auf, Rice rauszuschmeißen. Andernfalls müsse Netflix wiederum mit Konsequenzen rechnen. Das Unternehmen möchte das Filmstudio Warner Bros. übernehmen und ist damit auf das Wohlwollen der US-Behörden angewiesen.
🔗 Bloomberg | The Verge

🪰 Weitere News gibt es in der letzten Folge des Doppelgänger Podcast…
🔗 Doppelgänger Podcast

📶 Chart der Woche: Konsequenzen

Menschen die derzeit aufgrund der FBI-Ermittlungen im Fall Epstein angeklagt o. in Haft sind

Statt Gerichten, beschäftigen sich mit den Epstein-Akten Boulevardpresse, Reddit, X, Stammtische und Abermillionen von Neugierigen. Dass dabei die Persönlichkeitsrechte vieler Opfer — nicht Täter — verletzt werden, ist eine Sache. Dass die US-Justiz den Fall als Spektakel statt als Exempel nutzt, eine andere.
🔗 University of Chicago (2023!)

📺 Sehenswert: Haken Dran - Das Social-Media-Update (ca. 60 min)

Ich war mal wieder zu Gast beim (Presseclub-gesalbten) Gavin. Im Haken Dran Podcast sprechen wir über neue Vorstöße zu Klarnamengebot und Social Media Verbot für Minderjährige. Außerdem geht es um einen spannenden Rechtsstreit zwischen Jan Böhmermann und X und fragwürdige Aussagen von Mark Zuckerberg.
🔗 YouTube | Spotify | Apple | Discord

📺 Hörenswert: Handelsblatt Today (ca. 43 min)

Mit Anis Mičijević, sprach ich diese Woche im Handelsblatt Today Podcast über die Mega-Investitionen der KI-Firmen, Kreislaufgeschäfte, Chancen und Risiken des KI-Boom.
🔗 Handelsblatt | Apple | Spotify

🖨️ Earnings Season: Quartalsergebnisse der Woche

Montag 22. Februar: Domino’s (BMO), hims | hers (AMC)
Dienstag 23. Februar: Digital Ocean (BMO), Mercado Libre (AMC), workday (AMC)
Mittwoch 24. Februar: NVIDIA (AMC), TheTradeDesk (AMC), salesforce (AMC), snowflake (AMC), Nutanix (AMC)
Donnerstag 25. Februar: Baidu (BMO), Warner Bros. (BMO), CoreWeave (AMC), Dell (AMC), zscaler (AMC), duolingo (AMC)
Freitag 26. Februar:

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