KW7 - Satz mit X: Jetzt kaufts SpaceX

Doppelgänger Update (BETA)

Von Philipp Klöckner · 9. Februar 2026


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❤️ Danke an alle, die letzte Woche neue Leser:innen auf unseren Newsletter aufmerksam gemacht haben! Die “Share the Newsletter” Funktion findet ihr am Ende der aktuellen Ausgabe. Der heutige Newsletter hat 1.658 Wörter und das vollständige Lesen dauert etwa 5 Minuten. Heute ist Montag, der 9. Februar 2026 und die KW7 startet.

✖️ Satz mit X: Jetzt kaufts SpaceX

Elon Musk kauft X (Twitter) zum dritten Mal. Diesmal mittels seiner Weltraumlogistikfirma SpaceX. Zuvor erwarb er die börsennotierte Firma bereits von ihren Aktionären, übernahm die Ruinen mit seiner KI-Firma xAI und nun sammelt SpaceX die Reste der beiden Nullnummern ein um den Fortbestand von Musks KI-Ambitionen zu sichern und den schönen Heiligenschein des erfolgreichen Vorzeigeunternehmers zu wahren.

Die “Verhandlungen” um die Akquisition dürften nicht lange gedauert haben. Elon Musk besitzt mehr als 40 Prozent an beiden Unternehmen und der Rest der Anteilseigner sind Musk-Lakaien oder Parteien, welche die Nähe zum Goldesel Musk suchen.

Für die Shareholder von X und xAI ist der “Merger” ein Rettungsring. Das früher als Twitter bekannte Social Network hat Musk in den Stillstand manövriert. Aber auch die KI-Unternehmung xAI, die X in einem für Musk vorteilhaft strukturierten Deal übernommen hatte, strauchelt. Während OpenAI und Anthropic zweistellige Milliardenumsätze schreiben und schnell wachsen, erlöst “Grok seine Mutter” nur wenige hundert Millionen US-Dollar und verbrennt allein circa eine Milliarde US-Dollar pro Monat.

Unklar, wie Musk weiter Geld für xAI einsammeln soll. Selbst der Narrativ-Jongleur und Fundraising-Weltmeister Musk sollte zunehmend Probleme haben, Investoren zu verklickern, warum ihr Geld in xAI und nicht die Konkurrenz angelegt werden sollte. Ich behaupte, xAI ist aufgrund seiner mickrigen Umsätze unfinanzierbar geworden. Für die letzte Finanzierungsrunde, mit der Musk die Bewertung auf über 200 Milliarden US-Dollar hochjazzte, musste er vermutlich viele Gefallen einfordern und ein kompliziertes Konstrukt aus Equity und Schulden konstruieren.

Nun soll xAI für SpaceX 250 Milliarden US-Dollar wert gewesen sein, so die Bewertung bei der Verschmelzung der beiden Unternehmen. Eine bittere Pille für die SpaceX-Aktionäre, die aber mit einer Aufwertung von SpaceX auf eine Billion US-Dollar besänftigt werden. Da Musk & Co. mit Musk & Co. verhandelt, sind die Bewertungen quasi arbiträr.

Tatsächlich ebnet die künstliche Aufwertung beider Unternehmen den Weg zu seinem 1,5 Billion PLUS IPO von SpaceX. Wenn Stand heute SpaceX mit einer Billion und xAI mit 250 Milliarden bewertet werden, wer würde dann im Sommer diskutieren, ob eine 1,5 Billionen US-Dollar Bewertung angemessen sei oder nicht. Nebensache, dass SpaceX nur etwa 15 Milliarden Umsatz macht. Das Hundertfache des Umsatzes scheint ein toller Preis, um bei Musks Weltraummission an Board zu sein.

Synergien oder Skalenerträge sucht man bei diesem Musk-Merger vergebens. Stattdessen gibt es eine Vision von “Datenzentren im All”. In nur drei Jahren will Musk Gigawatt an Rechenleistung im Erdorbit betreiben. Technisch bestenfalls herausfordern, wirtschaftlich noch für viele Jahre Unsinn. Auch für Musk.

Aber mit kostenloser Sonnenenergie im kalten Weltraum Datenzentren betreiben klingt erstmal schlau… Wenn man davon absieht, dass die Sonne die Satelliten auch zusätzlich aufheizt, Strahlung im All den hochempfindlichen Chips und Solarmodulen erheblich zusetzt und allein für die Wärmeableitung Zigtausende an Tonnen von Radiator-Material ins All geschossen werden müssten.

Das alles interessiert Musk-Fans nicht. So wie bei Semi-Truck, Robotaxis oder Optimus-Robotern wird die Zukunft schon irgendwann von Musk in die Gegenwart gezogen werden. Wer das nicht sieht, dem mangelt es am richtigen Mindset, der Fähigkeit zum First-Principles-Thinking oder der exponentiellen DNA.

Aber Zahlen lügen nicht. Wie einst bei der Übernahme von Solar City durch Tesla rettet Musk ein gescheitertes Unterfangen. Vielleicht kommt für xAI sogar ein zweiter Frühling. Schließlich kann sich die Firma theoretisch jetzt Bonität und Cash Flow von der profitablen Mutter leihen. Zwar reichen SpaceX’ Überschüsse bei weitem nicht, um xAI zu finanzieren, die 50 Milliarden US-Dollar, die der Börsengang von SpaceX einspielen soll, benötigt das Raumfahrtunternehmen aber eigentlich nicht. Stattdessen könnte sie Musks KI-Ambitionen damit querfinanzieren.
🔗 Wall Street Journal | Reuters 

It is a hard path to 100GW/year of AI in space, but we know what to do.”

Elon Musk - CEO zahlreicher Firmen, der in den nächsten 3 Jahren kein einziges Gigawatt Leistung im Weltraum betreiben wird — behaupte ich.

Das sind die weiteren News der Woche: 

🖨️ Google und Amazon mit Rekordergebnissen: Der Google-Mutterkonzern Alphabet beschleunigt erneut sein Wachstum. Um 18 Prozent haben die Umsätze der Kalifornier zugelegt. Wachstumsmotor ist vor allem die Cloudsparte, die mit 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr noch dynamischer wächst als die Konkurrenz von Microsoft und Amazon. Der eCommerce-Konzern wächst zwar nicht so stark im Kerngeschäft, aber auch hier konnte die Cloud-Tochter AWS ihr Umsatzwachstum beschleunigen. Beide Aktien geben aber noch, weil die Börse die massiven KI-Investitionen der Unternehmen kritisch sieht. (siehe Chart der Woche)
🔗 CNBC | Financial Times

📺 Claude piesackt OpenAI: Für die Prime-Time der Werbebranche, den Super Bowl, hat Claude-Macher Anthropic ausgeholt. Mit vier Spots betont der schnell aufholende OpenAI-Verfolger, dass bald Werbeanzeigen die Chatbot-Experience disrupten könnten, nicht aber beim hauseigenen Chatbot Claude. OpenAI-CEO Sam Altman reagiert angefasst, nennt den Konkurrenten eine “autoritäre” Firma und wirkt dabei alles andere als souverän.
🔗 TechCrunch | engadget

💰 Return of U.S. Soft Power? Die US-Regierung will — nachdem sie einen Großteil der USAID-Unterstützung im Rest der Welt gestrichen hat — nun doch wieder amerikanische Steuergelder an NGOs im Ausland verteilen. Allerdings vornehmlich MAGA-freundliche Think Tanks in Europa. Drohen uns neben tendenziösen Algorithmen nun auch noch MAGA-PsyOps in Europa?
🔗 Financial Times

🍌 Trump-Clan casht aus: 1,2 Milliarden US-Dollar in Cash(!) konnte die Nachkommen von Donald J. Trump und seinem Chef-Vermittler Steve Witkoff bereits aus ihrem FinTech World Liberty Financial rausholen. Dabei handelt es sich laut WSJ nicht um Papiergewinne, sondern Entnahmen in harter Währung. Das Journal berichtete außerdem darüber, wie Scheichs aus den Emiraten allein 500 Millionen in Trumps als Fintech getarnte Spendenkasse steckten. Aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist der Hort der unmöglichen Entgrenzungen geworden.
🔗 Wall Street Journal | WSJ II

🪰 Weitere News gibt es in der letzten Folge des Doppelgänger Podcast…
🔗 Doppelgänger Podcast

📶 Chart der Woche: 700 Milliarden KI-Bazooka

Es ist nicht einfach Vergleiche zu finden, für das, was gerade im Data Center Markt passiert. Die großen AI-Hyperscaler planen, 2026 noch einmal 75 Prozent mehr auszugeben als im Rekordjahr 2025. Die sechs größten KI-Klotzer wollen fast 700 Milliarden US-Dollar in neue Kapazität stecken. Nicht unwahrscheinlich, dass die Zahlen unterjährig sogar noch einmal nach oben angepasst werden.

Vergleiche mit Volkswirtschaften sind Unfug, aber es wäre das Bruttosozialprodukt von Belgien, Irland oder Argentinien, welches die US BigTech-Konzerne in NVIDIA-Chips und deren Beherbergung investieren wollen. So viel Geld, wie die EU in den letzten fünf Jahren insgesamt zur Verfügung hatte.

Aber um die Dimensionen klar zu machen: Das Manhattan-Projekt (Atombombe), das Apollo Programm (Mondlandung) und der Marshall-Plan (Wiederaufbau Europas) haben die USA selbst unter Berücksichtigung der Inflation weniger gekostet als das KI-Rennen.

Die Wahrheit ist, es mag nicht weniger wichtig sein, als das Weltraumrennen oder die erste Atombombe. Die USA müssen dieses Rennen gewinnen — koste es, was es wolle. Kommentatoren können sich vorstellen, dass der Staat für die Finanzierung der Datenzentren bürgen könnte. Solange man die Zinsen nicht senken kann, würde so ein “Data Center Backstop” die Finanzierungskosten senken.

Ich selbst glaube eher an eine Ausweitung des Chips Act auf Data Center. So könnten den Investoren schon bald Tax Credits in Milliardenhöhe gutgeschrieben werden. Das wäre nicht nur strategisch schlau, sondern für Trump auch die Möglichkeit seinen Broligarchen noch mehr Steuererleichterungen zuzusprechen, von denen fast ausschließlich die bereits reichsten Männer der Welt profitieren.
🔗 Bloomberg

📺 Sehenswert: Abos kündigen und Mediathek? (ca. 36 min)

Mal ehrlich? Wie viele Streaming-Abos hast Du? In unserer letzten Podcast-Episode erklären wir, warum ein paar Abos zu kündigen ein netter Denkzettel für Trumps Broligarchen sein könnte. Und daher ist der Medientipp der Woche dich einfach mal von der Doku-Sektion der ARD Mediathek überraschen zu lassen, die auch Du mit Gebühren finanzierst. Dort erwartet Dich unter anderem die obige Dokumentation zur Lage in den USA. Probier doch mal ein paar Monate ohne Apple TV, Amazon Prime oder YouTube Premium und geh stattdessen mit Freunden kochen, essen, trinken oder was immer Euch Spaß macht.
🔗 ARD Mediathek | Resist and Unsubscribe

🖨️ Earnings Season: Quartalsergebnisse der Woche

Montag 9. Februar: monday.com (BMO), dynatrace (BMO), Opendoor (AMC), upwork (AMC)
Dienstag 10. Februar: Spotify (BMO), Datadog (BMO), oscar health (BMO), Robinhood (AMC), lyft (AMC), Upstart (AMC), Cloudflare (AMC), Zillow (AMC)
Mittwoch 11. Februar: shopify (BMO), unity (BMO), Oatly (BMO), AppLovin (AMC), Cisco (AMC), HubSpot (AMC), fastly (AMC)
Donnerstag 12. Februar: Nebius (BMO), crocs (BMO), Birkenstock (BMO), coinbase (AMC), Pinterest (AMC), Arista Networks (AMC), Rivian (AMC), Expedia (AMC)
Freitag 13. Februar:

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