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KW41 - Trumps A(I)postel und ihre Nicht-Regulierung
Doppelgänger Update (BETA)
Von Philipp Klöckner · 5. Oktober 2026
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❤️ Danke an alle, die letzte Woche neue Leser:innen auf unseren Newsletter aufmerksam gemacht haben! Die “Share the Newsletter“-Funktion findet ihr am Ende der aktuellen Ausgabe. Der heutige Newsletter umfasst 1.336 Wörter, und das vollständige Lesen dauert etwa 5 Minuten. Heute ist Montag, der 5. Oktober 2026, und die KW 41 startet.
👕 Trump und die A(I)postel: Die Bro-Böcke zu Gärtner gemacht

Letzte Woche lud Präsident Trump zu seiner KI-Tafelrunde ein. Eingeladen – so muss man vermuten – waren die für Trump relevanten Personen der KI-Industrie. Auf der Tagesordnung stand die neben dem Image-Problem von Data Centern auch die Regulierung von KI-Agenten, nachdem sich einige der LLM-Biester zuletzt immer wieder selbständig gemacht hatten.
Die Gästeliste und Sitzordnung sprechen Bände. Trumps Dinner-Inszenierungen sind öffentlichkeitswirksame Termine. Politik kann man auch in Ausschüssen, Hinterzimmern und Parlamenten machen. Wenn der Präsident einlädt, geht es auch darum, wer eingeladen ist und wie nahe man der Macht ist.
An der Seite des Präsidenten speisen seine engsten Vertrauten: SpaceXAI-CEO und Mega-MAGA-Spender Elon Musk, Wirtschaftswunder-CEO Jensen Huang von NVIDIA und neben ihm Meta-Boss Mark Zuckerberg. Anthropic-Chef Dario Amodei, Vorstandsvorsitzender des führenden KI-Labors, kauert abseits der Clique am Katzentisch, auf vielen Fotos erscheint er nicht. Seine Firma liefert sich seit Monaten einen Streit mit Trump und seinem Kriegsminister, weil er sich deren Herrschaft nicht bedingungslos unterwerfen wollte.
Zugang zur Politik und Relevanz sind in der Trump-Ära nicht zwangsläufig aneinander gekoppelt. So finden sich auch der eigentlich bereits emeritierte AI-Zar David Sachs und sein Podcast-Kollege Chamath Pallihapitiya vom “All In” Podcast am Tisch wieder. Neben Zuckerberg, der Investor Brad Gerstner (Altimeter), der in verschiedene KI-Firmen investiert. Seine Einladung verdankt er neben der Nähe wohl mehr seinem Einsatz für die Altersvorsorge-Kampagne “Trump-Accounts” als der notwendigen Expertise zur KI-Regulierung.
In einem anschließenden Presse-Termin schiebt Trump Anthropic-Chef Amodei vor die Kameras und sagt unüberhörbar, dass dieser sagen könne, was er denke. Das allein stellt aber eine Machtgeste dar, in einer Runde, wo doch angeblich alle der Redefreiheit verpflichtet sind und sie aggressiv über die Grenzen der USA hinaus verteidigen. Der KI-Primus Amodei versucht versöhnliche konstruktive Worte zu finden, während Trump in seinem Rücken, aber vor den laufenden Kameras mit Zuckerberg und Musk frotzelt. Eine Klassensprecherwahl in einer Grundschulklasse ist in der Regel von mehr Respekt und Taktgefühl geprägt als diese Broligarchen-Clique.
Dabei geht es um was: An diesem Abend wird nicht nur der wissenschaftliche Begriff ‘Artificial Intelligence’ zugunsten des Marketing-Terms ‘Superintelligence’ begraben, weil Data Center und KI zuletzt zum Fokus des Volkszorns wurden. Entschieden wird bei Trumps letztem Abendmahl nicht weniger als die Regulierung der vermutlich gefährlichsten Technologie der Menschheit.
Genau genommen, wird die NICHT-Regulierung beschlossen. Denn man “einigt” sich überwiegend auf Eigenverantwortung und Selbstkontrolle, bestenfalls ein paar externe Inspektionen. Während die führenden Labore Anthropic, OpenAI und Google sich in Anbetracht jüngster Bedrohungen offen für eine Verlangsamung oder sogar ein Moratorium der KI-Forschung zeigten, sollen Teile der Industrie den Präsidenten aktiv lobbyiert haben das Wettrüsten nicht zu behindern.
Hier lohnt der Blick auf die Sitzordnung wieder: Denn ausgerechnet NVIDIAs Jensen Huang, der als Waffenverkäufer im KI-Rennen vom Wettbewerb profitiert, als auch Elon Musk und Mark Zuckerberg sollen Trump bearbeitet haben. Am Abend des 29. September sitzen sie ihm am nächsten. Nach Amodeis Presse-Interview schiebt Trump seinen Lakaien Zuckerberg in den Fokus der TV-Kameras.
Reporter fanden heraus, dass Trumps Nicht-Regulierung quasi aus der Feder von Meta-Lobbyisten stammen soll. Ausgerechnet der CEO der Social Media Netzwerke, die schon massiven Schaden an geistiger und körperlicher Gesundheit ihrer Nutzer angerichtet haben und politische Systeme auf der ganzen Welt ins Wanken bricht, Polarisierung und Extremismus systematisch Vorschub leistet, wird zum Architekt einer KI-Spielordnung, die auf Eigenverantwortung ohne staatliche Einmischung setzen wird.
Niemand verdient dieses Vorschussvertrauen weniger als Meta-Boss Mark Zuckerberg.
Die Motivlage der anderen CEOs ist buntschillernd. Frontierlabore wünschen sich sicherlich nicht nur regulatorische Hürden für Konkurrenz aus dem eigenen Land - aber vor allem auch China. Auch die Lösung der Haftungsfrage würde man sicher gern geklärt wissen. KI könnte ähnlich gefährlich wie Kernkraftwerke werden. Sofern katastrophale Schäden nicht vom Staat übernommen werden, könnte es wirtschaftlich unmöglich werden, ein KI-Labor zu betreiben.
Beschlossen wurde beim Abendmahl von Trump und seinen AI-posteln praktisch ein “Weiter so!”. Allein das Branding von KI wurde optimiert. “Superintelligence” ist im Übrigen ein Begriff, den Mark Zuckerbergs Firma schon seit Längerem für ihr KI-Labor nutzt. Auch hier könnte sich der Einfluss des Social-Network-Magnaten, der zuletzt Trump-Vertraute in seinen Verwaltungsrat berief, ausgezahlt haben.
🔗 Reuters
💬 Zitat der Woche
“Every lab has the responsibility and incentive to move at the pace required to train its models safely, and the ability to take its own actions to ensure that happens..”
📰 Das sind die weiteren News der Woche:
🤖 Donald Trump hat am Wochenende stilecht die sogenannte „Super Intelligence Force“ angekündigt, eine neue KI-Taskforce, die Amerikas weltweite Dominanz bei Künstlicher Intelligenz – insbesondere gegenüber China – sichern soll. Angeführt wird die Truppe spannenderweise nicht von Tech-Experten, sondern von Geheimdienstkoordinator und Wall-Street-Veteran Jay Clayton, was ein klares Signal dafür ist, dass das Thema nun primär als harte nationale Sicherheitsfrage behandelt wird. Die Taskforce hat 120 Tage Zeit für einen ersten Bericht, dürfte aber vor allem Trumps industriefreundlichen Anti-Regulierungs-Kurs zementieren, um die heimischen Tech-Giganten bloß nicht im globalen Wettlauf einzubremsen. Letztlich ein klassischer Move: Maximales Branding mit einem fast schon comic-haften Namen für ein Gremium, bei dem geopolitische und wirtschaftliche Interessen deutlich vor den eigentlichen Bedenken zur KI-Sicherheit stehen dürften.
🔗 TechCrunch
🤖 OpenAI-Sicherheitschef kündigt und warnt vor Gefahren. Ein weiterer langjähriger OpenAI-Mitarbeiter hat hingeschmissen und warnt öffentlich vor den Gefahren der aktuellen Entwicklung. David Robinson, der über drei Jahre die Sicherheitsberichte für neue Produkte bei OpenAI geleitet hat, kritisiert in einem Essay im Atlantic die "kaputte Kultur" seines ehemaligen Arbeitgebers und des gesamten Silicon Valleys. Sein Hauptargument: Der klassische "Trial-and-Error"-Ansatz der Tech-Branche ("Iterative Deployment") garantiere bei immer mächtigeren Modellen unweigerlich Fehler, deren Ausmaß nun zu gefährlich werde – wie jüngste Vorfälle mit außer Kontrolle geratenen KI-Agenten gezeigt hätten. Robinson fordert, dass Firmen, die an der "Frontier AI" arbeiten, nicht mehr wie klassische Startups agieren dürfen, sondern wie Betreiber von Atomkraftwerken oder Flughäfen arbeiten müssen, mit strikten Redundanzen und langsamem, sorgfältigem Vorgehen, bevor etwas schiefgehen kann.
🔗 TechCrunch
🛑 Apple beschränkt Daten-Zugriff für Meta-Agenten. Nachdem Metas KI-Agent Muse für Nutzer unerwartet unter anderem private Nachrichten von Apple-Nutzern lesen und verarbeiten konnte, plant Apple die Daten der Nutzer besser zu schützen und die Transparenz über Zugriffsrechte durch KI-Agenten zu erhöhen.
🔗 Reuters
🪰 Weitere News gibt es in der letzten Folge des Doppelgänger Podcast…
🔗 Doppelgänger Podcast
🏦 Hear me Speak: AI Week - Ab nach Frankfurt!

Die AI Week Frankfurt, powered by AI Hub Frankfurt, geht in die nächste Runde, und zwar eine ganze Woche lang. Es geht um KI von Cross-Industry bis Finance & Banking, mit über 100 Speakern von AI Leadern bis zu Startups, dazu Workshops und einem Hackathon.
Ich freue mich sehr, als Speaker dabei zu sein und meine Keynote "Beyond the AI Hype" in ihrer aktuellsten Version zu halten.
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Wir sehen uns in Frankfurt!
📍 Frankfurt | THE SQUAIRE | 📅 26.–30. Oktober 2026
🖨️ Earnings Season: Quartalsergebnisse der Woche
Montag 5. Oktober: —
Dienstag 6. Oktober: —
Mittwoch 7. Oktober: —
Donnerstag 8. Oktober: —
Freitag 9. Oktober: —
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