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KW14 - X-odus im KI-Koloss
Doppelgänger Update (BETA)
Von Philipp Klöckner · 30. März 2026
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❤️ Danke an alle, die letzte Woche neue Leser:innen auf unseren Newsletter aufmerksam gemacht haben! Die “Share the Newsletter” Funktion findet ihr am Ende der aktuellen Ausgabe. Der heutige Newsletter hat 1.311 Wörter und das vollständige Lesen dauert etwa 5 Minuten. Heute ist Montag, der 30. März 2026 und die KW14 startet.
❌ X-odus im KI-Koloss

Der Erfindung von AGI und Optimus-Robotern kann für Elon Musk gar nicht schnell genug gehen. Nicht nur, weil die Vision ein wichtiges Mantra für die Bewertungsorgien der eigenen Unternehmen darstellt.
Die größere Herausforderung für den Universalunternehmer scheint in der Zusammenarbeit mit menschlicher Intelligenz und Arbeitskraft zu liegen. Tesla hält seit langem den Titel als Autohersteller mit den schlechtesten Arbeitnehmer-Bewertungen auf der Job-Transparenz-Plattform Glassdoor.
Aber auch seine AI-Talente laufen dem xAI-Erschaffer zunehmend weg. Dabei handelt es sich noch um eine Untertreibung. Tatsächlich haben 11 von 11 der xAI-Cofounder Musks KI-Labor verlassen. Musk spricht von einem suboptimalen Setup von Anfang an. Dann sollte er aber auch von der eigenen kompletten Unfähigkeit sprechen.
Musk war Gründungsförderer von OpenAI, wollte deren Geschäft einst sogar übernehmen. Er sollte mit dem Aufbau eines KI-Labors zumindest grundlegend vertraut sein. Wenn er 100% seiner Gründungsbelegschaft rauswirft, war das zu 100% sein eigener Fehler.
Wahrscheinlicher aber, ist dass ihm die Mitarbeiter von sich aus den Rücken kehren. Das wiederum wirft die Frage nach den Gründen auf, über die man nur spekulieren kann. Bezweifeln die Top-Forscher den eigenen Erfolg, obwohl Musk ihnen mit Colossus I & II die größten Rechenzeit-Ressourcen der Welt zur Verfügung stellt? Zweifeln sie an seiner Strategie? Seinem Ethos oder Moral? Weigern sie sich an dem zu Arbeiten, was er zu errichten sucht? Eine (ge)rechte Wikipedia oder eine KI, der das woke Gen austrainiert wurde?
Wir wissen es nicht. Was wir schon wissen, ist, dass die Spitzeningenieure zu einem Zeitpunkt gehen, wo xAI ein massiver Wert angedichtet wurde und ihre Aktien bald über einen IPO liquide werden könnten. Dennoch bevorzugen 11 von 11 Gründern lieber nicht für Elon Musk zu forschen.
Klar - wirtschaftlich unabhängig sind die Top-Talente allemal und auch so werden sie ihre Anteile zumindest teilweise versilbern können. Aber wir sollten uns fragen, warum es quasi zu einer Arbeitsniederlegung und Musks KI-Baukasten kommt. Ich kann mir kein Szenario erdenken, in dem uns das nicht sorgen sollte.
Sorgen sollten sich auch die Investoren. Über 1,5 Billionen US-Dollar will SpaceX (incl. xAI) beim Börsengang im Frühsommer wert sein und damit bis zu 75 Milliarden US-Dollar neues Geld einsammeln. Geld, das man für Raketen und Starlink-Satelliten gar nicht braucht. SpaceX — behaupte ich — muss an die Börse, um als nährende Mutter die Tochter xAI zu säugen, die alleine nicht mehr finanzierungsfähig gewesen wäre. SpaceX selbst erwirtschaftet vermutlich längst positive Cash-Flows. Die reichen aber nicht, um xAI durchzufüttern. Daher muss die Mutter sich nun verkaufen, um ihr neues Adoptivkind vom gleichen Vater durchzufüttern.
75 Milliarden US-Dollar will man den Märkten entlocken. Gemessen an heutigen Dimensionen klingt das gar nicht mehr verrückt. Es wäre aber mehr Geld als alle Firmen in 2025 aus IPOs erlöst haben. Zählt man die baldigen Börsengänge von OpenAI, Anthropic und ein paar anderer Schwergewichte hinzu, wird dieses Jahr mehr Geld für IPOs benötigt, als in den letzten 10 Jahren insgesamt in Börsendebuts investiert wurde. Ob die Märkte diese Liquidität überhaupt bereitstellen können bleibt fraglich.
Vielleicht bemüht sich Elon Musk auch deshalb so, seine Patchwork-Firma noch im 1. Halbjahr an die Börse zu bringen…
🔗 TechCrunch | The Information
💬 Zitat der Woche
“Looks like DOGE is making progress. I’ve got our teams on alert to take down content doxxing or threatening the people on your team. Let me know if there’s anything else I can do to help.”
📰 Das sind die weiteren News der Woche:
🚕 Deutsches Blacklane geht an Uber: Der US-Fahrdienstriese Uber hat offiziell eine Vereinbarung zur Übernahme des Berliner Chauffeur-Service Blacklane bekannt gegeben, nachdem zuvor bereits Gerüchte über den Deal kursierten. Mit diesem Kauf stärkt Uber seine Position im lukrativen Premium- und Geschäftsreisesegment und erweitert sein Angebot um ein globales Netzwerk professioneller Fahrer in über 50 Ländern. Die Bewertung von Blacklane soll Berichten zufolge im oberen dreistelligen Millionenbereich liegen, wobei namhafte bisherige Investoren wie Mercedes-Benz von dem Ausstieg profitieren. Der Abschluss der Transaktion wird nach Erhalt der regulatorischen Genehmigungen bis Ende 2026 erwartet.
🔗 manager magazin
🗜️ Google reduziert RAM-Nutzung von LLMs: Google Research hat diese Woche TurboQuant vorgestellt, einen bahnbrechenden Kompressionsalgorithmus, der den Speicherbedarf des sogenannten KV-Caches bei großen Sprachmodellen (LLMs) um den Faktor 6 reduziert. Diese Technik ermöglicht es KI-Modellen, deutlich längere Kontexte und komplexere Aufgaben auf bestehender Hardware zu verarbeiten, wobei die Rechengeschwindigkeit auf GPUs wie der Nvidia H100 um das bis zu Achtfache steigt – und das laut Google ohne messbaren Genauigkeitsverlust. Die Nachricht löste an den Börsen einen Schock bei Speicherherstellern wie Samsung, SK Hynix und Micron aus, da Investoren einen massiven Nachfragerückgang nach teurem High-Bandwidth Memory (HBM) befürchteten. Während Endverbraucher kurzzeitig von leicht sinkenden RAM-Preisen profitierten, bezweifeln Experten jedoch eine langfristige Entspannung, da die gewonnene Effizienz voraussichtlich durch noch größere und hungrigere KI-Modelle wieder aufgefressen wird (Jevons-Paradoxon).
🔗 Google
🧑⚖️ Google und Meta für schäden haftbar: In einer historischen Woche für die Tech-Branche haben US-Jurys erstmals Meta (Instagram/Facebook) und Google (YouTube) direkt für die psychischen Schäden junger Nutzer haftbar gemacht. Ein Gericht in Los Angeles sprach einer 20-jährigen Klägerin insgesamt 6 Millionen US-Dollar an Schadensersatz zu, da die Plattformen durch Funktionen wie „unendliches Scrollen“ und manipulative Algorithmen bewusst Suchtpotenzial geschaffen und Warnpflichten verletzt hätten. Parallel dazu wurde Meta in New Mexico zu einer Strafe von 375 Millionen US-Dollar verurteilt, weil das Unternehmen den Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und Cybergrooming grob vernachlässigt habe. Diese Urteile gelten als „Dammbruch“, da sie den rechtlichen Schutzschild von Section 230 (Haftungsausschluss für Nutzerinhalte) umgehen, indem sie die Plattformen nicht für die Inhalte, sondern für ihr gefährliches Produktdesign zur Verantwortung ziehen.
🔗 The Guardian
🪰 Weitere News gibt es in der letzten Folge des Doppelgänger Podcast…
🔗 Doppelgänger Podcast
📶 Chart der Woche: Die Hellsichtigkeit einiger Investoren

Nicht zum ersten Mal sieht es so aus, als ob Insider das vermeintlich erratische Handeln von Donald Trump antizipieren und in Geld umwandeln konnten. Nur Minuten vor dem Angriff auf den Iran kann man relativ starke Bewegungen im ansonsten relativ stabilen Handelsvolumen für Öl-Future-Kontrakte beobachten. Auch wenn Zölle, Inflation und Krieg weltweit viele des Vermögen oder gar Leben kosten. Für Trump und ein paar “Hellsichtige” hat sich diese Amtszeit längst ausgezahlt.
🔗 Axios
📺 Hörenswert: Kassenzone von der data:unplugged (circa 49 min)

Im Rahmen der data:unplugged KI-Konferenz hat Kassenzone-Host Alexander Graf mich direkt nach meinem Vortrag zum Podcast einbestellt. In lockerer Atmosphäre haben wir über KI und eCommerce diskutiert.
🔗 Spotify | Apple Podcasts
🖨️ Earnings Season: Quartalsergebnisse der Woche
Montag 30. März: rezolve AI (BMO)
Dienstag 31. März: Beyond Meat (AMC), Nike (AMC)
Mittwoch 1. April: —
Donnerstag 2. April: —
Freitag 3. April: —
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