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KW13 - Friede den Palästen, Krieg...
Doppelgänger Update (BETA)
Von Philipp Klöckner · 24. März 2025
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🏰 Friede den Palästen, Krieg den Parlamenten?

Was ist passiert? Wir wissen: Elon Musk kaufte Twitter einzig und allein, um die Meinungsfreiheit weltweit zu beschützen und wiederherzustellen. Musk selbst bezeichnet sich als Free Speech Maximalist. Vermeintliche Zensur in demokratischen Ländern prangert er an (wenn er sie nicht selbst ausübt). Er rühmt sich, das Overton Window - die Grenzen des Sagbaren - weit gedehnt zu haben.
Nun hat Musk mal wieder klein beigegeben. In der Türkei ließ Präsident Erdoğan seinen politischen Gegner und Oppositionsführer Ekrem İmamoğlu verhaften. Schnell mehrten sich Proteste gegen die Inhaftierung des Istanbuler Bürgermeisters, die ihren Kern oft an Universitäten hatten und teilweise auf Musks Plattform X organisiert wurden. Eben jene X-Accounts der türkischen Opposition wurden nun suspendiert.
Musks Reaktion: Schweigen. Wer sich wundert, warum er den Aufschrei der Free Speech Maxis auf X verpasst hat, warum der Raketen-Goebbels den Autokraten Erdoğan noch nicht als Tyrannen beschimpft und sich todesmutig vor die Redefreiheit einsetzt, dem sei gesagt, all dies ist natürlich nicht passiert.
Doppelmoralist Musk greift nämlich regelmäßig nur demokratische Herrscher der Mitte, linke und liberale Staatenlenker*innen und gemäßigte Staatsoberhäupter an. Steinmeier ein “Tyrann”, Scholz und Habeck “Narren”.
Kritik an Autokraten? Fehlanzeige. Dort wo die Meinungsfreiheit tatsächlich eingeschränkt und bedroht ist, gleich ob Kreml, Ankara, Beijing oder Budapest, schweigt Musk nicht nur. Trump, Vance und Musk, tragen teilweise das Wasser der Diktatoren, nur um zeitgleich ihren Anhängern zu verkünden, die wahre Bedrohung für Freiheitsrechte wären woke Demokratien.
Natürlich befolgt Musk hüben wie drüben nur Gesetze, wenn er Accounts löscht oder Inhalte verbirgt. Der Unterschied ist aber, dass er die Institutionen und Werte liberaler westlicher Demokratien öffentlich in Frage stellt und deren Politiker und Instrumente verunglimpft, Schauprozesse und Märtyrer-Kult provoziert, während er die wahren Feinde der Freiheit schützt und Putin, Erdoğan und Xi kein Haar krümmt.
Währenddessen arbeitet Trump daran, die Section 230 abzuschaffen, welche ausgerechnet die Free Speech in sozialen Netzwerken ermöglicht. Zwar schützt das Gesetz auch Fehlverhalten der Social Networks, ohne den Schutz, könnte es aber schnell zu einer Zensurmaschine werden.
🔗 Politico | Techdirt (Section 230)
“Remember when the Overton Window was shot tight af?”
Das sind die weiteren News der Woche:
🏦 Den Staat wie ein Unternehmen führen. Das wäre laut Befürwortern von Elon Musks DOGE ein guter Plan. Nun erlebt die US-Regierung, dass für eine Budgetoptimierung nicht nur die Kosten- sondern auch die Einnahmeseite relevant ist. Die Steuerbehörde IRS fürchtet, bis zu 10% der Steuern nicht pünktlich eintreiben zu können aufgrund der von Musk zu verantwortenden Verwerfungen.
🔗 Washington Post
🎫 Ticketbörse StubHub geht an die Börse: Der Marktplatz für Event-Tickets machte 2024 1,77 Milliarden US-Dollar Umsatz. Weil er die Hälfte der Erlöse in Marketing steckte (was für Marktplätze nicht unüblich ist) blieb letztes Jahr kein Gewinn übrig. Dafür wuchs man kräftig und testet nun die Gewässer an der New York Stock Exchange.
🔗 Axios | Reuters | CNBC
☺️ World Happiness Report: Mit Platz 22 rangiert Deutschland im jährlich veröffentlichten Glücksindex ungefähr wie beim ESC. Unter 150 Nationen ist das Ergebnis der Glücksumfrage natürlich deutlich besser als das Abschneiden bei der Eurovision. Angeführt wird die Liste der Glücksländer von den nordischen Staaten. Finnland, Dänemark, Island, Schweden und die Niederlande bilden die Top 5. Auch weil Glück viel mit persönlicher Freiheit und Sicherheit zu tun hat.
🔗 UN-Report
🥃 Chart der Woche:

Die vier Erfolgreichsten Whiskeys kommen allesamt weder aus Schottland, noch aus Irland. Ganz vorne beim Absatz der 9-Liter-Kisten des beliebten Destillats liegen die indischen Marken McDowell’s, Royal Stag, Officer’s Choice und Imperial Blue.
Indien ist einer der am schnellsten wachsenden Märkte für Alkohol. Pro Kopf trinken Inder mehr als 5 Liter reinen Alkohols pro Jahr. Das größte Problem: Bei 40% des Alkohols handelt es sich um Schwarzgebrannten. Der oft mit Methanol versetzte Fusel schadet dem Sehvermögen, der Leber und letztlich oft dem Leben.
Bei mir käme selbstverständlich weder Moonshine, noch eine der erwähnten Marken ins Glas. Cheers!
🔗 Visual Capitalist | DW
🎧 Hörenswert: Digitale Vorreiter:innen (ca. 43 min)

Wirtschaft, KI und die Zukunft der globalen Ordnung. Darüber spreche ich mit Christoph Burseg in der 300. Folge von Digitale Vorreiter:innen. Vielen Dank für die Ehre, diese Jubiläumsfolge bestreiten zu dürfen.
🔗 Website | Spotify | Apple
📊 Sehenswert: TTT - Trump Tariff Tracker

Den Überblick über Trumps Zollpolitik verloren? Das erratische Handeln des US-Präsidenten macht es nicht ganz einfach nachzuverfolgen, wer gerade welche Güter mit welchen Zöllen in welcher Höhe belegt hat oder androht selbiges zu tun. Der Nachrichtendienst Bloomberg sieht ein Produkt, wo andere ein Problem sehen und baut eine übersichtliche App um dies zu verfolgen.
🔗 Bloomberg
🖨️ Earnings Season: Quartalsergebnisse der Woche
Montag 24. März: —
Dienstag 25. März: GameStop (AMC)
Mittwoch 26. März: chewy (BMO)
Donnerstag 27. März: braze (AMC)
Freitag 28. März: —
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Die erfolgreichsten Helfer:innen, erwähnen wir im nächsten Newsletter.